Dienstag, März 14, 2017

Stimmt teilweise immer noch.

Wir haben einen neuen Papst!
Ein sympathischer Mann, der aus einem anderen Kulturkreis stammt. So anders, dass Weihnachten dort ein Sommerfest ist und Ostern etwa dort liegt, wo wie Erntedank kennen. Wo Armut nicht anhand des Durchschnittseinkommens definiert und in Berichten festgehalten, sondern auf der Straße erlebt wird. Wo… kurz: es ist anders.

Dieser Papst hat mir viel Neues beizubringen. Wenn aber etwas neu ist, tue ich gut daran, es mir genau anzuschauen und zu versuchen, es zu verstehen, denn ich kenne es nicht: so geht Lernen.

Wie Lernen hingegen NICHT geht, erläutert am Beispiel der Multiplikation:
  • missbilligen, dass man sie nicht kennt.
  • missbilligen, dass etwas anderes als bei der Addition herauskommt.
  • fragen, ob es überhaupt erlaubt ist, zu multiplizieren.
  • dem Mathelehrer die Ehrfurcht vor der Addition absprechen.
  • feststellen, dass das x für „mal“ anders aussieht als das + für „und“ und deshalb anzweifeln, dass es sich noch um Mathematik handelt.
  • darüber diskutieren, ob Multiplikation nun die Fortführung der Addition oder ein Bruch damit ist.
  • hoffen, dass der Papst endlich die Subtraktion abschafft oder die persönliche Fußnote zur Grundrechenart erhebt.
Das vor Augen kommt man beim Lesen in den Medien schnell zu dem Schluss, dass große Teile unserer Bevölkerung hochgradig lernresistent sind, denn: genau so wird diskutiert. Absurd, das Ganze? Ja.

Offenbar erscheint Ungewohntes gefährlich, auch wenn es vom Heiligen Geist eingefädelt wurde. Könnte ja sein, dass der im Konklave nicht stark genug war oder nicht ganz bei der Sache.
Den Ausweg haben die Medien jedoch längst gefunden. Die gefahrlose Alternative zum Lernen ist das Spekulieren. Da brauche ich mich nichts Neuem zu öffnen, sondern kann die Dinge getrost von meiner gewohnten Warte aus im Hypothetischen halten. Es reicht, festzustellen, was anders ist, um den Unterschied dann anhand des Bekannten zu verwursten. Darauf stürzen sich derzeit die Medien! Denn Medien können sich sehr viel vorstellen, nur eines nicht: dass sie selbst zu einem Urteil noch nicht in der Lage sind.
Und so wird vor allem über das geredet, was nicht ist: nicht da, wie rote Schuhe, nicht mehr, wie Benedikts Art, Papst zu sein, oder noch nicht, wie das, was aus Georg Gänswein einmal werden könnte. Wird dann tatsächlich einmal über Franziskus geredet, dann fast immer im Zusammenhang mit einem „Nicht“: ob er die Fortführung vom Nicht-Mehr-Papst ist oder nicht, ob seine Bescheidenheit echt ist oder nicht etc. pp. Es wird spekuliert ohne Ende.
Das Schönste ist, dass man, gerade indem man nichts weiß, den Papst dabei viel besser zu verstehen glaubt, als er es selbst kann. Dadurch, dass er ständig mit unpassenden Maßstäben gemessen wird, erscheint auch alles unpassend und fremd, was er so tut. Man könnte den Eindruck gewinnen, der Papst sende unentwegt Zeichen aus, deren tiefen Sinn er selbst jedoch nicht ganz versteht. Dabei sind es in Wahrheit wir selbst, die gleichsam mit einer Karte von Deutschland durch Argentinien fahren, und, intelligent, wie wir sind,  feststellen, dass die Straßen falsch gebaut sind. Wir sind es, die es vorziehen, alles durch den Filter der Gewohnheit zu betrachten, anstatt Neues zu lernen. Durch diese Filter passt Franziskus nicht, und schon läuten die Alarmglocken. Kein Wunder, dass mancher sich Sorgen macht.

Es ist, denke ich, an der Zeit, sich Zeit zu lassen. Nicht nur der Papst braucht sie, sich in sein neues Amt zu finden – auch wir brauchen Zeit, ihn kennen zu lernen. Ihn und seine Art, Papst zu sein. Wir sollten uns selbst nicht so stressen! Nicht der vorschnelle Verdacht ist Stärke, nicht das Urteil ohne Basis, das gefällt wurde, bevor die Zeit dazu reif war, das Vorurteil. Hier liegt die katholische Kraft wirklich in der Ruhe, die nicht fragt „Was macht der Papst alles falsch“, sondern fragt: „Heiliger Geist, was willst Du von MIR?“

Donnerstag, Februar 09, 2017

Aaah – ja!

„NRW will Polizistinnen besser schützen“ titelt RP online (LINK).
Das macht mich grübeln. Also die Polizei – die schützt uns nicht, sondern die braucht Schutz? Der alte Schupo hat offenbar ausgedient, und das gründlich. Hmm.
Wie wäre es damit, die Polizistinnen unter Polizeischutz zu stellen? Ach nee, geht ja nicht. Denn wer schützt dann diese Polizei?

Die emanzipierte Polizei, die endlich 40% Frauenanteil hat, muss notgedrungen diese Frauen unter Männerschutz stellen: jetzt sollen künftig die Polizistinnen nur noch in Männerbegleitung auf die Straße. War früher schon in der Gesellschaft so, fanden alle doof und unemanzipiert – jetzt kommt es als Lösungsvorschlag in der Polizei wieder zurück. Nur: in der Gesellschaft war das OK, es hatte was von gutem Benehmen. Bei der Polizei hingegen ist das ein Armutszeugnis.
Auf die gleiche Baustelle verweist ein anderer Abschnitt des Berichts:
„Innenminister Ralf Jäger … hingegen verwahrt sich gegen den Begriff (= No-Go-Area) und verweist darauf, dass es in NRW und ganz Deutschland keine Gegenden gibt, die von der Polizei gemieden werden. "Wir können in solche Gegenden aber nicht nur Frauen zu Einsätzen hinausschicken", betont ein Kriminalhauptkommissar.“
A-ha! Es gibt diese Gegenden nicht, aber wir können nicht nur Frauen hinschicken. Lieber Herr Minister, wenn es solche Gegenden nicht gibt, müssen wir eigentlich überhaupt niemanden hinschicken.

Lieber Herr Minister Jäger, wir müssen die Polizei nicht schützen. Es würde reichen, den Polizisten wieder die Mittel an die Hand zu geben, uns zu schützen. Und damit ist keine verstärkte Bewaffnung gemeint, sondern in erster Linie eines: Rückgrat der Politik. Vorgesetzte, die Einsätze unterstützen, nicht nachträglich auf Opportunität prüfen.
Wenn eine Polizistin nicht ernst genommen wird, liegt das nicht daran, dass sie schwächer ist, als ein Mann. Es liegt daran, dass sie nicht mehr mit der Autorität auftritt, die sie haben müsste. Sie vertritt nicht mehr den Staat, sondern muss sich gegen den Staat verteidigen, wenn sie einen Fehler machen sollte, wobei die Politik sich nicht zu schade ist, nachträglich festzulegen, was denn nun ein Fehler war.

Und so beschert uns die Politik Unisex-Klos und gemischte Polizeistreifen in Gegenden, die es nicht gibt und die Vorschrift zum Kavaliersdienst in gemischten Hundertschaften. Der Lichtblick: langsam beginnt die Komik des Ganzen die Tragik zu überstrahlen. Wir saufen kichernd ab. Wenigstens etwas.

Dienstag, Januar 24, 2017

Make America What? Again?

Trump ist Präsident. Die einen wissen, dass ab sofort alles schiefgeht, sind aber erstaunlicherweise ziemlich deckungsgleich mit der Fraktion, die jede Art beispielsweise christlicher Prophetie als Humbug abtut. Die anderen sind, häufig religiös und wertebewusst, eher offen für Prophetien, derzeit aber auch für Häme, tut es doch gut, dass die linken Befürworter jeder Vielfalt endlich einmal eins zwischen die Hörner bekommen, müssen sie doch notgedrungen eine Vielfalt akzeptieren, die sie so gar nicht mögen.
Kurz: die einen schäumen, die anderen freuen sich, klammheimlich bis offen. Trump spaltet, und alle machen mit. Daher auch ich: bei derart vielen Meinungen macht eine weitere, die ungehört bleibt, wirklich nichts mehr aus.

Was die Politik Trumps angeht, erlaube ich mir kein Urteil. Wie auch – er hat schließlich noch keinerlei Politik betrieben. Zwar sind da durchaus Bedenken angebracht: ohne Übung wird man kein Meister. Trump erinnert da etwas an den Typen, der auf die Frage, ob er Klavier spielen könne, antwortete, er wisse es nicht, denn er habe es noch nie versucht, doch könne es nicht schwer sein, im richtigen Moment den richtigen Knopf zu drücken. Andererseits haben die Profi-Politiker bisher keine allzu heldenhafte Rolle gespielt, was schnell deutlich wird, wenn man sich die Welt anschaut. Mag sein, dass es Zeit wird, dass jemand den Laden einmal gründlich aufmischt, damit er neu sortiert wird. Prüfet alles, das Gute aber behaltet – könnte sein, dass Trump hier die Rolle der Prüfung spielt. Alles Weitere wird die Zukunft zeigen, und der lasse ich erst einmal Zeit sich zu zeigen. Urteile später.

Was mir allerdings sauer aufstößt, sind zwei Ankündigungen Trumps, was mich verwundert, ist, dass ich dies noch nirgends las: Diese beiden passen einfach nicht zusammen: „Make America Great Again“ und „America First“.
Denn was machte Amerika groß, das es zweifellos lange war und eigentlich in vielem auch heute noch ist: seine Konsequenz bis hin zum heldenhaften Edelmut, wenn es darum ging, das zu verteidigen, was es für gut hielt. Das Ansehen Amerikas in der Welt als wertebildende Institution beruhte auf seiner Bereitschaft, NICHT immer zuerst an sich zu denken. Vermischt mit einer puritanischen Moral, einem teils nervenden Sendungsbewusstsein, wirtschaftlichen Interessen und einer doch etwas schrägen Mentalität waren viele amerikanische Aktionen schwer auszuhalten, doch alle hatten sie irgendwo eine moralische Seite. Amerika mag üble Fehler begangen haben – sein Ringen um Moral war immer spürbar. Dieses Ringen ist Amerikas Größe. Wie wichtig es auch gerade den Amerikanern selbst ist, mag ein banales Beispiel zeigen: nahezu jeder amerikanische Spielfilm hat es letztlich zum Thema.
Und jetzt kommt Trump und will genau diese Größe abschaffen, indem er die Wirtschaft an die Stelle setzt, die bisher die Moral innehatte. Immer hat in den USA das Geld irgendwo der Moral gedient, und sei es nur, indem es das System finanzierte. Jetzt jedoch wird die Moral ausdrücklich dem Geld untergeordnet. Hätte der Slogan „Good for America“ gelautet – er wäre in Ordnung gewesen. „America First“ hingegen ersetzt die allgegenwärtige Priorität der Moral durch die Priorität des Geldes.
Amerika wird möglicherweise dadurch reicher – mit Sicherheit wird es moralisch kleiner. Great? Nein. Es wird kleiner, als es je war. Again? Auch nicht. Schade, Amerika.

Disclaimer: auch dies beruht auf Annahmen, die die Wirkung einzelner Worte in die Zukunft extrapolieren. Der Artikel ist damit nichts als eine Prophetie, die durch nichts gestützt wird als die Meinung des Autors.

Freitag, Januar 13, 2017

Neues Interview S. E. Bischof Oesterhagen

Presse: Herr Bischof, was halten Sie von der Mehr-Konferenz?

Bischof Oesterhagen: Ach wissen Sie – für manche Dinge bin ich einfach zu alt. Deshalb…

Presse: Haben Sie denn einen Teil im Internet verfolgen können?

Oesterhagen: Bitte lassen Sie mich doch ausreden. Deshalb habe ich darauf verzichtet, zu tanzen, und mich immer ganz hinten auf die Tribüne gesetzt. Inkognito, damit ich keine Interviews geben musste.

Presse: Sie waren tatsächlich selber dort? Was war Ihr Eindruck?

Oesterhagen: Nun, einige der Aussagen waren mir etwas fremd.

Presse: Sie hatten theologische Probleme mit den Referenten?

Oesterhagen: Nein, eher grammatikalische mit den Besuchern. Wenn junge Leute im Gespräch begeistert kundtun, der heiße Lobpreis sei einfach cool oder sie seien ganz weg von der Idee, einfach da zu sein, dann glaube ich zwar zu verstehen, was sie meinen, aber ich würde es doch anders formulieren.

Presse: Damit sind wir gleich bei einem der Kritikpunkte: ist eine solche Sprache, ist ein solcher Stil geeignet, Menschen zurück in die Kirche zu führen? Das fragen sich viele, die sehen, dass sogar die Messe mit dem Bischof so gestaltet wurde.

Oesterhagen: Wo soll ich anfangen? Schauen Sie, wenn dort 8000 Menschen zusammen mit dem Bischof die Heilige Messe feiern – wie sollen die zurück in die Kirche? Sie sind doch gerade drin, oder? Also zumindest, wenn ich als Bischof die Messe feiere, habe ich schon den Eindruck, es finde im Rahmen der Kirche statt. Sie nicht?

Presse: Äh... sicher, doch… Aber Ihre Messen laufen auch anders ab.

Oesterhagen: Tun sie das? Schuldbekenntnis, Kyrie, Gloria, Lesungen, Evangelium, Homilie, Eucharistiefeier, Segen – das mache ich doch genauso.

Presse: Bei Ihnen ist es stiller…

Oesterhagen: Das hoffe ich doch nicht! Wenn in der Messe das Kyrie kein Schrei zu Gott ist, das Gloria kein Jubel und die Predigt keine flammende Ermutigung, dann taugt sie nichts. Dann ist die Eucharistiefeier eine Einladung an den Herrn in eine Gruppe, die ihn anschweigt oder ihm bestenfalls freundlich zunickt. Er kommt, denn er ist treu. Aber wir haben unseren Job nicht getan. Eine Messe muss laut sein. Laut vor Gott. Der Herr misst Lautstärke nicht in Dezibel, sondern in Leidenschaft. Wissen Sie, wenn wir am Hochaltar im Dom die Messe in der außerordentlichen Form zelebrieren, an unserem wunderbaren Hochaltar, den wir gerade von wirklichen Künstlern instandsetzen ließen, denn die Farbe wurde vom Weihrauch angegriffen, und billig war das nicht – aber wo war ich? Ach ja, richtig: warum tun wir das und feiern dort? Weil es für viele Menschen der Ort ist, an dem sie wahrhaft beten können. Form, Ruhe und Stille sind der Raum, in dem es laut vor Gott wird: Dank, Jubel, aber auch Hilfeschreie kommen von dort vor ihn. Und er kommt zu uns. Das ist Messe. Und genauso war es auf der Konferenz.

Presse: Doch in Ihrer Messe muss nicht jeder an allem teilnehmen, was die anderen denken. Lieder entarten nicht zum Geschrei, Gebete nicht zum öffentlichen Outing. Wo ist die Würde der Feier?

Oesterhagen: Ja, genau das ist die Frage: wo ist die Würde? Worin liegt sie? Sie liegt nicht in uns, sondern in Gott. Wir haben in jeder Messe zu Beginn ein öffentliches Outing: Herr, ich habe gesündigt. Ich bin ein schlechter Mensch. Und ich bitte alle Anwesenden, seien sie lebendig oder beim Herrn, dringend um Gebet. Ist es würdig, mit der eigenen Sünde hausieren zu gehen? Ja, weil Gott sie vergibt. Die Idee, ich könnte selbst würdig sein, ist absurd. Fällt denn niemandem auf, dass wir in jeder Messe, selbst nach einer Beichte, nachdem wir fast eine Stunde würdig beteten, sangen, knieten, saßen und standen, bekennen: Herr, ich bin NICHT würdig… Und erst dann begegnen wir ihm.

Presse: Müssen wir da nicht unterscheiden zwischen den Menschen und dem Ritus? Im würdigen Ritus kommt Gott zu unwürdigen Menschen.

Oesterhagen: Das haben Sie schön gesagt. Genauso ist es. Wann also ist der Ritus würdig? Oder besser: für wen soll er würdig sein? Ich denke, man kann es ganz kurz sagen. Es gibt zwei Voraussetzungen: er muss vollständig sein und er muss Gott gefallen. Vollständig, weil ich vom Heil nichts abschneiden kann, ohne es letztlich zu verlieren, und gottgefällig, weil ER uns in der Feier begegnet.

Presse: Man hat jedoch den Eindruck, dass diese Vorträge und diese Lieder eher dazu angetan waren, den Menschen zu gefallen. Dass es doch sehr um eine gute Stimmung ging.

Oesterhagen: Nun, ich begreife immer weniger, was Sie wollen. In jeder Messe freut man sich, wenn die Musik gut ist. Mir ist noch nie jemand begegnet, der sich nach der Kirche für schlechtes Orgelspiel bedankt hätte oder dafür, dass ich heiser gesungen habe. Für eine gute Predigt habe ich Gott sei Dank schon ein paarmal Lob bekommen, für eine schlechte hat sich noch keiner bedankt. Über Schlechtes wird sich beschwert. Hier soll auf einmal der Gute falsch sein? Wo ist Ihre Logik geblieben!

Presse: Es ist halt nicht jedermanns Sache, solche Musik… Unwürdig, wie manche meinen.

Oesterhagen: Nein, es gefällt nicht jedem. Oder man hat andere Schwerpunkte. Ich höre am liebsten Palestrina und Bach. Das macht aber nichts, das ist in Ordnung, denn die Lieder werden nicht für die Kritiker gesungen, sondern für Gott. Wissen Sie, als ich ein junger Kaplan war, war ich Mitarbeiter bei einem alten Priester. Und der schickte mich regelmäßig an die Orgel, wenn er die Messe feierte, obwohl ich kaum spielen konnte. „Zur Ehre Gottes!“ sagte er. Ich sagte, man solle Ihn doch lieber mit guter Musik ehren, nicht mit einem solchen Gejaule. Er antwortete, er schicke mich so lange an die Orgel, bis ich gelernt hätte, dass man Gott nicht mit Perfektion, sondern mit Liebe ehrt. Ich könne natürlich auch versuchen, so gut Orgel zu lernen, bis es Gott imponiere. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es wirklich begriffen hatte, aber es war heilsam. Gott muss es gefallen. Und ich versichere Ihnen: dieser Lobpreis war randvoll mit Liebe!

Presse: Man könnte Ihre Position im Streit um den Sinn solcher Konferenzen also wie folgt zusammenfassen:…

Oesterhagen: Nein! Kann man nicht.

Presse: Äh…

Oesterhagen: Sehen Sie, ich beziehe keine Position in einem Streit. Das wäre nicht im Sinne des Herrn.

Presse: Es gibt sie aber schon, diese Differenzen um Events dieser Art.

Oesterhagen: Wir reden über Liebe. Wenn ein junger Mann sich bis über beide Ohren verliebt – welch ein Event! Was tut er? Ich werde Ihnen sagen, was er NICHT tut. Er wird NICHT seine Freunde anrufen, um ihnen zu erklären, was gerade psychologisch in ihm vorgeht und warum das Kribbeln im Bauch eigentlich unwichtig ist, ja als schwärmerisches Gefühl sogar von der wahren Liebe ablenkt. Er wird hingegen seinen Freunden von seiner Liebsten vorschwärmen. Er wird die Blumen, die er ihr schenkt, selbst lieben, weil sie für SIE sind. Und wenn seine Freunde gute Freunde sind, werden sie ihn verstehen. Und wenn er ausruft: „Dieser Freu MUSS man einfach Blumen schenken!“, dann werden sie sich für ihn freuen. Was die Freunde NICHT tun werden: ihn zur Rede stellen und ihm vorwerfen, er sei unfrei, denke nur an sein Vergnügen und nötige sie zudem, einer unbekannten Frau Geschenke zu machen. Als gute Freunde werden sie erkennen, dass er gerade ganz besonders frei ist, weil er liebt.

Presse: Und zugleich werden sie wissen, dass dies nicht der Alltag ist.

Oesterhagen: Und wenn sie lebensklug sind, werden sie bedenken, dass eine Ehe in schweren Zeiten umso besser besteht, je mehr die Ehepartner in der Lage sind, sich einfach aneinander zu freuen. Wer im Überschwang des Glücks zu trinken vermag, steht Durststrecken besser durch. Eine sehr kluge alte Frau hat mir einmal das Geheimnis ihrer gelungenen Ehe verraten: Liebe, sagt sie, ist wichtig und gut. Aber ein wenig Verliebtheit muss man sich immer erhalten. Sehen Sie, der junge Mann gibt Zeugnis von seiner Liebe. Und seine Freunde erkennen das und lassen es als das stehen, was es ist. Daraus einen Streit zu machen wäre absurd. Ich hoffe sehr, dass ich in diesem Gespräch nicht wirke wie einer, der erklären will, warum Liebe sinnvoll ist, sondern wie einer, der liebt. Und darum beziehe ich keine wie auch immer geartete Position. Gott gefällt es, wenn wir Zeugen sind. Anwälte braucht er nicht.

Presse: Gefällt es Gott denn auch, wenn Katholiken und Freikirchler zusammen versuchen, an einem Strang zu ziehen? Besteht da nicht eine erhebliche Diskrepanz zwischen der katholischen Lehre und der aggressiven, der europäischen Frömmigkeit fremden Inszenierung eines Ben Fitzgerald, wie Magnus Striet sagte?

Oesterhagen: Sie erinnern sich daran, dass Ben Fitzgerald erzählte, wie er zusammen mit einem Katholischen Priester für einen Kranken betete?

Presse: Sie wollen doch nicht etwa sagen, das waren SIE?

Oesterhagen: Das sollten Sie jedenfalls nicht ausschließen.

Presse: Herr Bischof, ich höre an dieser Stelle lieber auf. Wir bedanken uns für dieses Interview.

Montag, Januar 02, 2017

Grüne erkennen Straftäter am Geruch.

GrünInnen-Chefin Simone Peter sprach sich nachdrücklich dagegen aus, potentielle Straftäter aufgrund ihres Aussehens zu beurteilen und rief damit einen Sturm der Entrüstung hervor. Doch zeigt Peter damit letztlich eine beispielhafte Konsequenz. So wird verständlich, warum die GrünInnen gegen Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen sind: aufgrund von Filmaufnahmen können Täter ausschließlich aufgrund ihres Aussehens gefunden werden – für Peter und ihre ParteigenossInnen ein Unding.
Man mag dieser Betrachtungsweise kritisch gegenüber stehen, doch sollte man sie verstehen, um sie richtig und differenziert beurteilen zu können. Die GrünInnen erkennen Straftäter nämlich am Geruch. Dabei gehen sie sehr klar und eindeutig vor: wer ihnen stinkt, ist ein Gefährder oder Täter. Wer ihnen hingegen nicht stinkt, muss geschützt werden. Teils hängt das von der Richtung ab, in der gesellschaftlich gerade der Wind weht, teils stinken bestimmte Gruppen für GrünInnen aber auch meilenweit gegen den Wind.
So ergibt sich ein eindeutiges Täterprofil. Die Polizei täte gut daran, es zu beachten, wenn sie nicht weiter an den Pranger gestellt werden will.